Kommunen

Innerstädtische Brachen sind Potenzialflächen

Gibt es in Ihrer Kommune innerstädtische Brachen oder mindergenutzte Areale? Wird Ihre Kommune durch solche Standorte in ihrer städtebaulichen Entwicklung gebremst?

Als Kommunalvertreter haben Sie erkannt, dass Brachen vielfach große Potenziale bergen. Deshalb ist es Ihr Ziel, diese Standorte wieder in die Stadtentwicklung zu integrieren. Nur so lässt sich der Freiflächenverbrauch effektiv einschränken und eine lebendige Innenstadt erhalten. Bemühungen, diese Altstandorte zur revitalisieren und einer Neu- oder Wiedernutzung zuzuführen, sind jedoch oft genug schwierig. Alte Konflikte, verhärtete Positionen, unterschiedliche Entwicklungs-/Nutzungsvorstellungen oder auch einfach die Unkenntnis der eigentümerseitigen Sachzwänge stehen im Wege.

Es geht nicht ohne den Eigentümer!

Der Flächenpool NRW vermittelt zwischen den Ansprüchen der Stadtentwicklung und den Ansprüchen der Eigentümer. Er unterstützt Städte und Gemeinden dabei, mögliche Aktivierungshemmnisse zu identifizieren und zu überwinden.

Flächenpool NRW: Dialog und Interessenausgleich sind Kernelemente

Die Mitwirkungs- und Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten ist ein zentrales Element. Verfolgen sie unterschiedliche Ziele, bedarf es einer neutralen Beratung ohne Eigeninteresse. Eine unparteiische Moderation stärkt das Vertrauen auf Eigentümerseite und gemeinsame Lösungen getragene Lösungen werden möglich. Genau dies steht beim Flächenpool NRW im Mittelpunkt. Der Flächenpool NRW bindet alle Beteiligten ein, identifiziert ihre Interessen und bringt sie zusammen. Er schafft so Klarheit über die wirtschaftlichen, (bau-) technischen und planerischen Aspekte von Ideen und Vorhaben. Erst wenn eine belastbare Informationsbasis besteht, unter welchen Voraussetzungen welche Entwicklungen machbar sind, können realisierbare städtebauliche Planungen entstehen. Es entsteht kommunaler Handlungsspielraum, städtebauliche Missstände können behoben oder abgewandt werden.

Vorteile

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Zugewinn von Kapazitäten und Fachkompetenz

Der Flächenpool NRW stellt für die Städte und Gemeinden eine effektive Unterstützung im Bereich Flächenrecycling dar. Er verfügt über die personellen, finanziellen und fachlichen Kapazitäten, die für die intensive Bearbeitung solch komplexer und zeitintensiver Vorhaben erforderlich sind. Das Team des Flächenpool NRW besteht aus Projektleitern der NRW.URBAN und der BEG NRW mit langjähriger Erfahrung und Kompetenz im Umgang mit Flächenrecycling. Der Prozess wird zu rund 70% durch das Land NRW finanziert.

Klare Rahmenbedingungen ermöglichen realistische Planungen

Der Flächenpool NRW betreibt als neutraler Projektsteuerer eine detaillierte Sachaufklärung mit genauer Kenntnis der technischen, planerischen und wirtschaftlichen Bedingungen. Er schafft eine objektive, belastbare Entscheidungsbasis und ermöglicht den Interessenausgleich zwischen unterschiedlichen Ansprüchen. Dies und die partnerschaftliche Einbindung der Eigentümer sind die Basis für die Lösung- bzw. Perspektivfindung – und letztlich für die Realisierbarkeit der Idee.

Sollte sich am Ende herausstellen, dass die Fläche unter den gegebenen Bedingungen nicht revitalisiert werden kann, hat der Flächenpool NRW sowohl für den Eigentümer als auch für die Kommune die dazu notwendigen Fakten ermittelt und entsprechend Aufklärung geleistet. Damit ist der Nachweis erbracht, dass der Standort mittel- bis langfristig für Baulandentwicklung nicht zur Verfügung steht und somit im Rahmen des Siedlungsflächenmonitorings keine Reserve darstellt.

Neutralität bei gezielter Eigentümeransprache

Die Ansprache der Eigentümer durch einen neutralen Dritten ist ein wesentlicher Baustein, denn nicht selten sind Eigentümer nicht oder nur schwer zu ermitteln (Beteiligungsgesellschaften mit Sitz im Ausland, Insolvenz, Zwangsverwaltung, o. ä.), sind untereinander uneinig (etwa bei Erbengemeinschaften) oder fühlen sich von Politik und Verwaltung der Gemeinde missverstanden. Kommunen stoßen in solchen Problemlagen regelmäßig an den Rand des Leistbaren. Der Flächenpool NRW verfügt über die notwendigen Expertisen, die zur Lösung erforderlich sind. Insbesondere kann der Flächenpool NRW aus seiner neutralen Position heraus mögliche Konflikte unabhängig betrachten und bereits im Vorfeld entschärfen.

Spielregeln

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Konsensvereinbarung als Vertragsbasis

Mit Unterzeichnung der Konsensvereinbarung sichert die Kommune dem Flächenpool NRW die enge Zusammenarbeit und Mitverantwortung bei der Durchführung der Verfahrensschritte zu. Eine aktive Begleitung des Prozesses durch entscheidungsbefugte Kommunalvertreter ist unabdingbar, um die Entwicklungsfähigkeit eines Standortes zu prüfen und eine Nutzungsperspektive zu entwickeln. Die Konsensvereinbarung ist die Grundlage allen Handelns gegenüber den Eigentümern. Erst nach Unterzeichnung kann der Flächenpool NRW auf die Flächeneigentümer zugehen.

Alle Schritte, die zur Klärung der Entwicklungsfähigkeit eines Standortes notwendig sind, werden mit Ihnen als Kommunalvertreter abgestimmt und die Ergebnisse in Absprache mit den Eigentümern transparent gemacht. Die Belange der Grundstückseigentümer werden angemessen und partnerschaftlich berücksichtigt. Die Laufzeit der Konsensvereinbarung – und damit des Verfahrens – endet frühestens nach Abschluss der Qualifizierungsphase.

Entwicklungsvorrang der Standorte des Flächenpool NRW

Eine zentrale Voraussetzung für die Bearbeitung von Standorten durch den Flächenpool NRW ist, dass die Städte und Gemeinden den Flächen, die sich im Verfahren befinden, den Entwicklungsvorrang einräumen. Die Wiedernutzung der Brachflächen wird gegenüber der Entwicklung von neuen Baugebieten im Freiraum bevorzugt behandelt.

Kosten

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Findungsphase = 0 % Kostenbeteiligung

Die Leistungen der ersten Phase sind für Städte und Gemeinden wie für Eigentümer kostenfrei. Sie werden zu 100 Prozent durch das Land Nordrhein-Westfalen und ohne Kostenbeteiligung der Kommune oder des Eigentümers finanziert.

Qualifizierungsphase = max. 25 % Kostenbeteiligung

Auch die Leistungen der zweiten Phase werden zum überwiegenden Teil – im Regelfall zu rund 70 Prozent – durch das Land NRW finanziert. In dieser Phase wird eine Kostenbeteiligung der Kommune erforderlich. Gestaffelt nach der Anzahl der Standorte wird von der Kommune ein Pauschalbetrag erhoben. Dieser Pauschalbetrag ist der kommunale Eigenanteil, der zum Abruf der Fördermittel beim Land Nordrhein-Westfalen erforderlich ist. Er wird durch einen finanziellen Beitrag der jeweiligen Eigentümer co-finanziert.

Bindungsphase = Kostenbeteiligung nach Aufwand

Darüber hinaus gehende individuelle Arbeitspakete und Leistungsbausteine der dritten Phase werden in Abhängigkeit des Verfahrensfortschrittes und nach Erfordernis oder Wunsch zusätzlich vereinbart und ebenfalls über eine entsprechende Anteilsfinanzierung entgolten.